Dienstag, 29. März 2016

Eine wahre Geschichte





Rütliweg 2 CH-8712 Stäfa Mobile: +41 79 354 85 63
Follow us on Twitter: https://twitter.com/macartney4


Meine Tochter war damals neun Jahre alt und sehr aufgeregt, als ich ihr sagte, dass die Band "Stiller Has", von denen sie Fan war, bei uns übernachten würden. Wochenlang überlegte sie, was sie zu ihnen sagen wollte, und wie sie Endo Anaconda und die anderen der Band dazu bringen könnte, eine CD für sie zu signieren.

Stiller Has hatten am Freitag Abend ihr Konzert hier im Dorf, im legendären "Kulturkarrussell Rössli".

So gegen vier Uhr nachmittags bezogen die Musiker ihre Zimmer, bevor sie dann zum Sound-Check ins Rössli gingen. Es war ein netter und milder Herbsttag, und Endo Anaconda setzte sich mit einigen Dosen Bier bei uns vors Haus um nochmals die Songliste für den Abend durchzugehen.

Ich selber war auch etwas nervös, versuchte aber so zu tun, als wäre das alles ganz alltäglich hier.

Meine Partnerin und ich redete einige Banalitäten mit Endo, dem Kopf und Sänger der Band, als gerade meine Mutter mit einigen Einkäufen des Weges kam und so zu uns stiess.

Noch vor einer Woche hatte ich ihr geklagt, dass ich ab und zu Arbeiter als Gäste hätte, die unglaubliche Mengen Alkohol trinken würden, und dass mich das sehr traurig mache, dass die Leute nicht mehr mit sich anzufangen wüssten als zu rauchen und zu saufen.

Meine Mutter sah also Endo's Bierdosen vor ihm auf dem Tisch und der Fall war für sie klar: das war einer von diesen Tunichtguten, von denen ich ihr neulich erzählt hatte. Sie war aber höflich genug, ihm bei seinen Ausführungen zu lauschen. Während des Redens keimte ihr die Erkenntnis auf, dass sie dieses Gesicht schon einmal irgendwo gesehen hatte, ja, in der Zeitung sogar, und, meine Güte, das hier war der legendäre Songschreiber und Künstler Endo Anaconda!!

Es war herrlich anzusehen, wie sich ihr Gesicht innert einem Sekundenbruchteil von Reserviertheit zu Bewunderung wechselte!

Am nächsten Morgen, bei uns im grossen Frühstücksraum, fand sich dann die Band etwa mittags um zwölf zum Zmorge ein, und auch meine Tochter stand da, mit der CD von "Stiller Has" (Böses Alter hiess die Scheibe) in der Hand.

Bei uns im Frühstücksraum stehen immer einige Instrumente herum, unter anderem auch ein Klavier, und so probierten die Musiker allerlei meiner seltenen Instrumente aus, wie beispielsweise mein "Kotamo", mein "Hapi" oder mein "Feng Ha", so dass es eine wahre Freude war. Die Musiker blieben bis weit in den Nachmittag hinein, und wir unterhielten uns angeregt über alle möglichen Themen.

Endlich kam es so weit, dass meine aufgeregte Tochter etwas schüchtern und verlegen die CD hinstreckte, um diese signieren zu lassen, was auch alle gerne taten. Sie war überglücklich.

Was sie bis heute nicht bemerkt hat: Alle Musiker unterschrieben nicht mit ihren richtigen Namen, sondern mit den Namen der "Beatles"-Mitglieder. So stehen also die Unterschriften von John, Paul, Ringo und George auf der CD und machen diese zu einem ganz besonderen Stück in unserer Musiksammlung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen